Verfasser:
Thomas Wüst
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Chaos im Management des Humanvermögens

Oft wird in der Literatur vom Humankapital eines Unternehmens gesprochen. Als ich 1995 meine Hausarbeit im Rahmen meines BA-Studiums über Personalentwicklung schrieb, war mir schnell klar, dass die Mitarbeiter*innen eines Unternehmens auf die Aktivseite einer Bilanz gehören, weshalb ich als Titel für meine Hausarbeit „Chaos im Management des Humanvermögens“ wählte.

Investitionen in Bildung sind eine der wichtigsten und wertvollsten Investitionen, die man Zeit seines Lebens machen kann. Doch wie können Führungskräfte in Unternehmen den Wert- und Wissenszuwachs ihrer Mitarbeiter*innen beeinflussen oder gar steuern, kommt dem Management des Humanvermögens gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels eine immer größere Bedeutung zu? Der Mitarbeiterschatz wird für Firmen ein immer wichtigeres Asset. Sind dabei festgezurrte Personalentwicklungskonzepte der richtige Weg? Oder sind Führungskraft dabei nicht vielmehr Moderator*innen, die Mitarbeiter*innen bei Bildungsinvestitionen Freiheitsgrade einräumen, und ihre Steuerungsfunktion vielmehr auf einer höheren Ebene der Unternehmenskultur fokussieren?

Ich muss zugeben, mich hat die Chaostheorie als ganzheitlicher Ansatz sehr begeistert. Leider wurde die Analogie von einem Flügeschlag eines Schmetterlings in Japan, der einen Tornado in den USA auslösen könne, viel zu oft und plakativ eingesetzt – und hat viele davon abgehalten, sich näher mit dem Phänomen des deterministischen Chaos, wonach in Systemen viele Entwicklungen vorherbestimmmt, aber deshalb keineswegs vorherbestimmbar sind, zu beschäftigen. Und ich kann Ihnen nach über 30 Berufsjahren an der Börse versichern: die Chaostheorie hilft sehr, gerade in der Vermögensanlage, strategisch zu denken und sich nicht vom täglichen „Rauschen“ der Märkte anstecken zu lassen.

Das Literaturverzeichnis meiner Hausarbeit, die unten (gratis!) abgerufen werden kann, bietet allen interessierten Leser*innen, die sich mehr damit beschäftigen möchten, viele Anregungen. Einsteiger*innen, die sich erstmals mit der Chaosthoerie beschäftigen möchten, lege ich das Buch von John Briggs und F. David Peat „Die Entdeckung des Chaos“ sehr ans Herz, da es sehr verständlich geschrieben ist.